Feb 262010

Wer kennt nicht diese Situationen, die man häufig in Actionfilmen findet: Die Geheimorganisation macht ein Foto von einen der Terroristen. Dieser muss jetzt natürlich identifiziert werden. Man gibt das Foto – natürlich erst, nachdem es von einer VGA-Auflösung zu einem Multi-Megapixelbild aufbereitet wurde – an eine ausgeklügelte Software, die nun alle Datenbanken der Welt scannt, um herauszufinden, wer diese Person ist. Je nach Handlung findet man das dann entweder in ein paar Sekunden, oder eben zum dramaturgisch passendem Zeitpunkt heraus.

Das ganze ist nun ein Stück weit Realität geworden. Aber hierbei geht es nicht mehr um die “bad guys”, sondern zum Beispiel um das nette Mädel, das vom Nachbartisch so herlächelt oder der ungezogene Teenager, der sich an der Kasse vordrängelt. Oder um den mysteriösen neuen Freund von der Ex. Denkbar sind hier sicherlich viele Möglichkeiten. Es geht auch nicht um eine Geheimorganisation, sondern um jeden, der ein Android-Handy besitzt und sich die passende Software installiert. Die Superdatenbank ist schlicht und einfach ein soziales Netzwerk, auf dem Millionen Nutzer Fotos abgelegt haben. Klar, die Aufbereitung von Fotos wie in Filmen funktioniert natürlich nicht so einfach, aber ein ordentliches Bild von einer normalen Person zu machen ist auch nicht so schwierig wie die Fotos, die man vom Superterroristen in den Filmen macht.

Noch ist die Applikation wohl nicht ganz marktreif, aber nach dem Bericht von Technology Review zu folge steht man kurz vor der Veröffentlichung. Wer bekommt bei einem solchen Szenario nicht Bauchschmerzen?

Doch was kann man dagegen tun?

Zunächst einmal würde ich persönlich die Social-Networking-Dienste meiden, die bei so etwas mitspielen. Man kann aber wahrscheinlich nicht ganz ausschließen, dass andere Dienste nicht mitmischen, auch wenn sie es nicht offiziell machen. Also müsste man konsequenterweise alle Bilder von sich und natürlich auch alle Verlinkungen entfernen. Bei Profilfotos kann man das ganze wahrscheinlich noch umgehen, in dem man die Bilder an den Server in einer niedrigen Auflösung übermittelt, so dass diese Software nichts damit anfangen kann. Nur wie niedrig muss diese Auflösung sein? Vielleicht werden nach Veröffentlichung der Software darüber mehr bekannt.

Es reicht hier ja nicht mehr, diese Verlinkungen unsichtbar zu machen, da die Betreiber selbst ja auf die Datenbank im Hintergrund zugreifen können – unabhängig von den Berechtigungen, die für normale Nutzer gesetzt sind. Andererseits: Wenn man auf diese Methode gefunden wird, aber auf seiner Profilseite keine Informationen preisgibt, hat die Software auch wenig geholfen.

Im Endeffekt müsste aber nochmals Druck auf die Betreiber ausgeübt werden, so dass die Nutzung von eigenen Bildern für solche Zwecke einer ausdrücklichen Zustimmung bedürfen.

Warten wir es ab, ob sich daraus tatsächlich etwas größeres entwickelt, oder ob das ganze nur eine Randerscheinung bleibt.

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