Mrz 022010

Bei jedem neuen Produkt, das mit Spannung erwartet wird, stellt sich die Frage: Kann der Hersteller die große Nachfrage am Anfang überhaupt erfüllen? Auch beim iPad gibt es diesbezüglich schon erste Meldungen.

Natürlich lassen sich solche Engpässe nicht ganz vermeiden – und es wäre auch unklug, solche Engpässe unter allen Umständen zu vermeiden. Wenn man wartetet, bis man tatsächlich den ersten Ansturm mit seinem Lagerbestand und seinen Produktionskapazitäten befriedigen kann, geht einige Zeit ins Land – und das ist verlorene Zeit, denn man hätte schon längst einige Geräte verkaufen können. Im Endeffekt warten die Leute dann ja auch nicht länger darauf und es hat den Nebeneffekt, dass mehr über das Gerät gesprochen wird, wenn es schon einige wenige auf den Markt schaffen.

Doch wieso dauert es so lange, bis die Produktion in vollen Gang laufen kann? Für die Produktion von Millionen Geräte gibt es natürlich erst einmal einen wahnsinnigen logistischen Aufwand in Griff zu bekommen. Der Einkauf der Einzelteile muss organisiert werden – fehlt nur ein winziges Teil, zum Beispiel ein einzelner Chip auf der Platine des Gerätes, kann das ganze Gerät nicht produziert werden. Dazu kommt jetzt noch, dass in der Wirtschaftskrise viele Firmen ihre Produktionskapazitäten gedrosselt haben. Und bei manchen Bauteilen, zum Beispiel RAM und Flash, kommt es ja regelmäßig zu Engpässen. Hier hat sich Apple jedoch durch große Rahmenverträge relativ gut abgesichert.

Dazu kommen noch Maßnahmen, die bei einem Produktanlauf durchgeführt werden müssen. So ist zum Beispiel das Qualitätsmanagment bei Anlauf eines neuen Produktes besonders gefordert. Schließlich müssen die Produktionsabläufe erst einmal eingespielt werden und hier wird es besonders bei den ersten Geräten noch zu einiges Problemen führen. Es müssen also relativ viele Geräte nachbearbeitet werden, was wiederum Produktionskapazitäten kostet. Außerdem geht die Produktion allgemein noch nicht so schnell, wenn die ganzen Prozesse noch nicht so eingespielt sind.

Man könnte theoretisch erst einmal hunderttausende Geräte auf Lager legen, bis sich die Produktion eingespielt hat. Jedoch bekommt man so viele Fehler, die möglicherweise erst beim Kunden auftreten, gar nicht mit. Klar, die ersten Käufer sind in gewisser Weise immer Betatester. Wenn jedoch keine größeren Fehler auftreten, schadet das ja auch nicht. Andererseits ist es heutzutage einfach nicht mehr möglich und schon gar nicht wirtschaftlich, wirklich alles so durchzutesten, dass alle Fehlerfälle abgedeckt werden können.

Das neue iPad soll Ende März bestellbar sein. Ob es durch Produktionsengpässe dann noch wesentlich länger dauert, bis man eines wirklich zuhause hat, wird sich leider erst dann zeigen. Die Nachfrage wird aber sicherlich sehr hoch sein.

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