Bald soll der neueste Spross aus der Familie der EEEPC erscheinen: Ein kompletter PC mit der Intel-Atom-Plattform, der in eine Tastatur integriert ist. Man muss also nur noch ein Display und eine Maus anschließen, und schon hat man einen ultrakompakten und platzsparenden Computer. Es ist also quasi so etwas wie ein inverser iMac, bei dem der Computer ja im Bildschirm integriert ist. Oder wie ein Laptop ohne Bildschirm.
An sich ist das auch keine verkehrte Idee. Viele Notebooks werden ja auch zuhause und nur bedingt mobil verwendet, da sie einfacher anzuschließen sind und schneller aufgeräumt sind und weniger Kabelsalat verursachen als normale PCs. All-In-One-PCs wie der iMac vermindern den Verdrahtungsaufwand schon deutlich. Ähnlich ist es dann auch bei diesem Tastatur-PC – wobei man zumindest für das Display wohl noch ein Stromkabel mehr braucht. Bei einem entsprechendem Preis wäre das also für manche Leute eine gute Alternative zu einem Laptop.
Aber ganz ehrlich: So ganz neu ist die Idee ja auch nicht mehr. Wie ich die Meldung über den neuen EEE-PC gelesen habe, ist mir sofort ein Begriff eingefallen: C64. Der gute alte Commodore-Rechner, der inzwischen schon fast 30 Jahre alt ist, wurde genau nach diesem Konzept gebaut. Genauso gab es natürlich noch andere Mitstreiter dieser Klasse, wie den Atari ST oder den Amiga, der ebenfalls von Commodore stammte. PCs haben zu dieser Zeit natürlich noch nicht in dieses Format gepasst und so gibt es seit Ende der Homecomputer-Ära keine Tastaturrechner mehr.
Seit es jedoch einigermaßen kompakte Notebooks gibt, würde auch die PC-Technik problemlos wieder in ein größeres Tastaturgehäuse passen – also seit schon wieder mehr als 10 Jahren. Ist die Idee wirklich so schlecht, dass sie wahrscheinlich sowieso zum scheitern verurteilt ist?
Zunächst einmal hat eine solche Lösung auf den ersten Blick ja wenig Vorteile gegenüber einem All-In-One-PC wie dem iMac oder ähnliche Geräte. Jedoch baut Asus eine kleine Neuigkeit in den neuen EEEPC ein: Die Tastatur enthält nicht nur einen PC, sondern auch ein kleines Display. So kann man sich durchaus Anwendungen vorstellen, die eine Tastatur erfordern, aber nicht unbedingt ein Display. Zum Beispiel als Homeserver wäre ein solcher Rechner durchaus einsetzbar. Dort braucht man ja keinen Monitor, für die ein oder andere Statusmeldung oder zum schnellen warten des Rechners ist dann die Tastatur in Verbindung mit dem kleinen Display sehr praktisch.
Auch als Wohnzimmerrechner könnte man das Gerät einsetzen – hier wäre ein All-In-One-Gerät nicht wirklich tauglich, weil man ja seinen großen Plasmafernseher nutzen will. Natürlich könnte man auch auf einen Minirechner ohne Tastatur setzen, jedoch muss man dann wieder eine externe Tastatur anschließen oder es fliegt eine schnurlose Tastatur im Wohnzimmer herum. Wenn das alles integriert ist, muss man sich darüber keine Gedanken machen – jedoch muss das Gerät dann natürlich so aufgestellt sein, dass man auch an die Tastatur rankommt.
Ansonsten gibt es dann natürlich noch die Nutzer, die schon einen Monitor haben und eigentlich nur einen einfachen, kompakten Rechner haben möchten. Wahrscheinlich werden sich in diesem Bereich noch die meisten Käufer für den “Homecomputer Reloaded” findet.